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Nun aber wirklich: Das iPad, der Retter ist da!

Donnerstag, 11. Februar 2010 20:38

Auch wenn ein Verleger von Tausenden von Arbeitsplätzen schwadroniert, Nachrichten auf das iPhone sind vielleicht nicht so die Killerapplikation. Aber wie ist es mit der Zeitung auf dem iPad? Ist das die Rettung? Götz Hamann scheint in der letzten Ausgabe der Zeit davon überzeugt zu sein. Und tatsächlich gibt es gute Argumente dafür, dass es mit dem iPad oder ähnlichen Geräten wieder aufwärts gehen könnte mit dem bezahlten Journalismus: Steve Jobs fährt mit Apple ein System, bei dem für alles bezahlt werden muss – die Abkehr vom Umsonst-Netz. Und tatsächlich – das klappt. Die Jobs-Produkte halten offenbar viele Menschen für so schick, dass sie gerne dafür bezahlen, Content auf ihrem Apple zu haben. Und wenn die neuen iIrgendwasse vielleicht doch nicht so toll sind, sorgt ein lemminghafter Medienhype schon dafür, dass jeder meint, sich jetzt dieses neue iDingsbums zulegen zu müssen. Im Gegensatz zum iPhone ist der Bildschirm des iPad auch groß genug. Immerhin, eine Zeitschrift könnte man da schon ganz gut lesen. Mal vorausgesetzt Designer und Programmierer entwerfen entsprechende an das iPad angepasste grafische Oberflächen, dann würde man da die Zeitung schon irgendwie reinpressen können und wahrscheinlich schaut sie dann sogar ganz gut aus (wird aber wohl nur eine Mini-Tabloid).

Wenn die Papierzeitung irgendwann am Ende ist, könnte es also gut sein, dass wir zeitungsähnliche Inhalte auf einem Gerät lesen, dass so ähnlich aussieht wie das Apple iPad. Naja, vielleicht etwas größer, dünner, leichter … Oder kommt doch die Folienzeitung? Die Folienzeitung, ach ja, schon vor fast 15 Jahren haben meine Studenten Referate darüber gehalten, dass nun ja bald die elektronische Zeitung auf Folie komme und die Papierzeitung ersetze.  Und was ist: Noch immer machen wir uns die Hände am Papier schmutzig. Deshalb denke ich auch nicht, dass Geräte wie das Apple iPad die gedruckte Zeitung so schnell ersetzen werden.

Und zudem: Ein Problem bleibt. Auch wenn die Verlage hier einsteigen und elektronische Versionen für Lesegeräte anbieten, gibt es ja immer noch das Internet. Trotz Apple und seiner Closed-Shop-Strategie, wenn die Menschen nicht ganz dumm sind, werden sie sich überlegen, dass sie Nachrichten weiterhin ganz umsonst im Internet haben können, wozu also für eine entsprechende Applikation auf dem iPad bezahlen – vielleicht weil dann die Inhalte etwas schicker präsentiert werden? Nee – so kann es nicht funktionieren. Es bleibt dabei, dass sich die Zeitungen und alle Anbieter aktueller journalistischer Informationen dann möglichst gemeinsam dazu durchringen müssten, keine oder nur noch beschränkte Umsonst-Angebote im Internet bereit zu halten. Aber dann gäbe es bestimmt jemanden – und das muss nicht die böse ARD sein – der im Netz dennoch Umsonst-Nachrichten anbietet und das mit Werbung finanziert.

Deshalb: Ja, das iPad ist vielleicht nicht schlecht, aber trotzdem: Don´t believe the hype!

Thema: 2010, Allgemein | Kommentare (0) | Autor: Klaus Arnold