Beitrags-Archiv für die Kategory 'Allgemein'

Korruption aus dem Nähkästchen

Dienstag, 1. März 2011 9:44

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Ich bin korrupt, na und? Alle meine Geständnisse in der März Ausgabe des Hochschulmagazis duz. Und bitte: Der Schlussscherz mit dem Mobile war nicht ernst gemeint. Bei dem Artikel handelt es sich um ein “glossierendes Essay”. Demgemäß ist nicht alles ganz wahr oder vielleicht doch? Auf alle Fälle vielen Dank an den Kollegen (der anonym bleiben muss), der mit so schönen Korruptions-Erlebnissen aufwarten konnte.

Thema: 2011, Allgemein | Kommentare (0) | Autor: Klaus Arnold

Neuerscheinung: Geschichtsjournalismus – Zwischen Information und Inszenierung

Dienstag, 11. Januar 2011 12:51

GeschichtsjournalismusKlaus Arnold/Walter Hömberg/Susanne Kinnebrock (Hrsg.): Geschichtsjournalismus. Zwischen Information und Inszenierung. Münster: Lit-Verlag 2010, 320 S., 29,90 €.

Geschichte kann ziemlich spannend und unterhaltsam sein. Das haben auch Journalisten, Verleger und Programmmacher erkannt. Immer häufiger berichten die Medien nicht nur über die Gegenwart, sondern thematisieren auch die Vergangenheit. So gewinnt eine neue Form von Journalismus an Konturen: der Geschichtsjournalismus. In dem interdisziplinär ausgerichteten Sammelband werden die verschiedenen Aspekte des Geschichtsjournalismus analysiert: Was ist Geschichtsjournalismus, und wie hat er sich entwickelt? Was sind seine Qualitäten, und wie steht es um das Verhältnis zur Geschichtswissenschaft? Welche redaktionellen Strukturen haben sich herausgebildet? Wie wird Geschichte populär vermittelt, und welche Funktion hat der Gedenktagsjournalismus? Die Beiträge machen deutlich, dass Journalismus nicht nur unser Wissen über die Gegenwart prägt, sondern auch unsere Vorstellungen über die Vergangenheit entscheidend beeinflusst.

Dieser Band geht auf eine Fachtagung zurück, die 2009 in Eichstätt stattfand. Sie wurde von der Fachgruppe Kommunikationgeschichte in der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft und der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt organisiert. Der Band ist bei amazon oder direkt beim Lit-Verlag erhältlich.

Thema: 2011, Allgemein | Kommentare (1) | Autor: Klaus Arnold

Neuerscheinung zum Thema Medialisierung

Freitag, 26. November 2010 16:20

MedialisierungKlaus Arnold/Christoph Classen/Susanne Kinnebrock/Edgar Lersch/Hans-Ulrich Wagner (Hrsg.): Von der Politisierung der Medien zur Medialisierung des Politischen? Zum Verhältnis von Medien, Öffentlichkeit und Politik im 20. Jahrhundert. Leizig: Universitätsverlag 2010, 471 Seiten, 32 €.

Lange Zeit wurde die Diskussion um das Verhältnis von Medien und Politik mit Blick auf die Politisierung der Medien, ihre vermeintlich erfolgreiche politische Instrumentalisierung und die damit einhergehenden Gefahren geführt – eine Perspektive, die vor dem Hintergrund der Diktaturerfahrungen im 20. Jahrhundert nahe lag. Mittlerweile hat sich dies jedoch verändert. Das Konzept der „Medialisierung“ betont umgekehrt den Einfluss der Medien auf den Wandel von Politik, die grundsätzliche Prägung und Verwandlung des Politischen durch Massenmedien.
Dieses Buch verfolgt das Ziel, anhand von historischen Fallstudien die vielfältigen Interdependenzen, Dynamiken und symbiotischen Beziehungen im Verhältnis von Medien und Politik seit dem Aufkommen der modernen Massenmedien näher zu beschreiben. Der Blick auf das gesamte 20. Jahrhundert zeigt, dass die zunehmende Präsenz der Massenmedien keineswegs erst im Fernseh- und Internetzeitalter zur Transformation des Politischen beigetragen hat. Die Langzeitanalyse der Koorientierung von Politik und Medien sowie des Ineinandergreifens von Politisierungs- und Medialisierungsprozessen relativiert Diagnosen, die aus der Gegenwartsperspektive heraus lediglich aktuelle Medialisierungsprozesse in den Blick nehmen und einseitig deren problematische Aspekte betonen.

Der Band geht auf eine Fachtagung im Berliner Bundestag und im ARD-Hauptstadtstudio zurück. Er ist u.a. erhältlich bei Amazon oder direkt beim Verlag.

Thema: 2010, Allgemein | Kommentare (0) | Autor: Klaus Arnold

Professur an der Universität Trier

Freitag, 26. November 2010 15:58

Am 1. Oktober 2010 bin ich zum Professor für Medien- und Kommunikationswissenschaft an die Universität Trier berufen worden. Vorher habe ich diese Stelle bereits ein halbes Jahr vertreten. Somit haben sich nun auch meine Kontaktdaten verändert.

In Trier möchte ich meine bisherigen Schwerpunkte weiter ausbauen, aber auch neue Themenbereiche stärker betonen. Im Mittelpunkt werden in den nächsten Jahren stehen: Forschungen zu Innovationen und zur Zukunft des Journalismus, zu den Anforderungen einer demokratischen Gesellschaft an die Medien, zum Themenkomplex Jugend-Medien-Politik sowie zur europäischen Mediengeschichte.

Thema: 2010, Allgemein | Kommentare (0) | Autor: Klaus Arnold

Mixas Welt

Freitag, 19. Februar 2010 19:59

Ist der Sex in den Medien daran schuld, dass Kinder missbraucht werden? Das meint zumindest der Augsburger Bischof Walter Mixa. In einem Interview mit der Augsburger Allgemeinen sagte er,  dass die “sogenannte sexuelle Revolution”  mitschuldig daran sei, wenn sexueller Kindesmissbrauch in der Gesellschaft verbreitet sei und weiter: “Wir haben in den letzten Jahrzehnten gerade in den Medien eine zunehmende Sexualisierung der Öffentlichkeit erlebt, die auch abnorme sexuelle Neigungen eher fördert als begrenzt.”  Unterstützt wird er dabei von der bayerischen Justizministerin Beate Merk (CSU), die sagte, selbstverständlich habe die Freizügigkeit dazu beigetragen, die Hemmschwelle zu senken. Ist das wirklich so? Haben die sexuelle Aufklärung und die Freizügigkeit in den Medien dazu geführt, dass immer mehr Kinder missbraucht werden? Werden überhaupt immer mehr Kinder sexuell missbraucht?

Der Bischof und die Ministerin sind hier wohl zu “Medienopfern” geworden: In den Medien wird seit einigen Jahren immer mehr und immer spektakulärer über sexuellen Missbrauch von Kindern in der Gesellschaft und nun auch in der Kirche berichtet. Und im Gegensatz zu früher steigen die “seriösen” Medien ebenfalls groß ein. Das heißt aber natürlich nicht einfach, dass sexueller Kindesmissbrauch stetig zunehmen würde und eine Art neues Phänomen sei. Das heißt zunächst, dass für die Medien deratige Themen im scharfen Konkurrenzkampf wichtiger geworden sind und stärker betont werden. Weiter hat wohl die öffentliche Thematisierung von Sexualität und deren Missbrauch dazu geführt, dass immer mehr Opfer ihre Fälle bekannt machen und Anzeige erstatten – somit die Dunkelziffer absinkt und sich sexueller Missbrauch auch in geschlossenen Welten wie der katholischen Kirche nur noch schwer verschweigen lässt.

Der sexuelle Missbrauch von Kindern hat – auch wenn die Medienberichterstattung eher das Gegenteil nahe legt – in den letzten Jahrzehnten aller Wahrscheinlichkeit nach eher ab- als zugenommen. So ging die Zahl der bei der Polizei angezeigten Fälle von Mitte der 1960er bis in die 1980er Jahre zurück. Danach stieg sie zwar an, bezieht man jedoch soziodemographische Entwicklungen mit ein – es gibt immer weniger Kinder – ist sie weiterhin rückläufig. Natürlich gibt und gab es hier eine enorme Dunkelziffer – darin sind sich alle Experten einig (vgl. dazu zum Beispiel einen im Internet zugängigen Aufsatz des Hamburger Wissenschaftlers Dirk Bange im Sammelband “Sexueller Missbrauch” hrsg. von Wilhelm Körner/Göttingen, Bern 2004). Geht man davon aus, dass es in den letzten Jahrzehnten aufgrund der öffentlichen Thematisierung von Sexualität und ihres Missbrauchs einfacher geworden ist, derartige Fälle zur Anzeige zu bringen, dürfte aber auch die Dunkelziffer kleiner geworden sein. Das verweist wiederum darauf, dass die Zahl der sexuellen Missbräuche von Kindern insgesamt zurückgeht.

Diese Entwicklung dürfte auch für die katholische Kirche gelten. Somit haben die “sexuelle Revolution” und die Medien wohl nicht dazu beigetragen, dass sexueller Kindesmissbrauch verbreitet ist, da es in den letzten Jahrzehnten keine ansteigende Tendenz in diesem Bereich gegeben hat. Was es tatsächlich gibt, ist ein Anstieg von sexueller Gewalt gegenüber Minderjährigen. Aber dafür dürften die Ursachen – wie immer – komplex sein und nicht auf die “sexuelle Revolution” zurückzuführen zu sein.

Thema: 2010, Allgemein | Kommentare (0) | Autor: Klaus Arnold